Freitag 26. Februar 2010
(Sächsische Zeitung)
NFV-Pokale gehen nach Niesky und Frankfurt
Die B-Junioren werden Turnierdritter und sind gute Gastgeber für die Gäste aus Legnica.
Auch dieses Jahr lud sich der NFV Gelb-Weiß Görlitz gutklassige Mannschaften der Region und die polnische Vertretung aus Chocianòw ein. Gleich im ersten Turnierspiel traf NFV I auf die polnische Vertretungund verlor mit 0:2. Gegen Budissa Bautzen ging Görlitz nach 20 Sekunden in Führung. Der NFV bestimmte die ersten Minuten und ließ klarste Tormöglichkeiten aus. Plötzlich kamen die jungen Budissen zum Ausgleich und die Neißestädter das Nervenflattern. Der NFV Nachwuchs lief nach eigenen Fehlern zweimal einem Rückstand hinterher und kam am Ende zu einem glücklichen 3:3. Im letzten Vorrundenspiel gegen den FSV Kemnitz spielten die Gelb-Weißen wie ausgewechselt und schlugen den Gruppensieger klar mit 5:1. Zu spät, denn in den Halbfinals standen Chocianòw und Kemnitz.
In der anderen Staffel setzten sich Eintracht Niesky und der Holtendorfer SV durch. Diese beiden Mannschaften gewannen dann auch ihre Halbfinal-Partien und trafen so im Finale wieder aufeinander. Nun das spannende Spiel um Gold. Im Finale setzte sich Niesky nach Neunmeterschießen durch. Im Spiel um Bronze gewann Kemnitz gegen Stal Chocianòw mit 5:2 und das Spiel um den fünften Platz entschied die erste Vertretung des Gastgebers mit 5:1 gegen Neugersdorf für sich.
Bester Spieler: Rico Franke (Eintracht Niesky)
Bester Torschütze: Nico Seidel (Budissa Bautzen)
Bester Torwart: Cieslak Maciej (Stal Chocianòw)
B-Junioren
Nachdem die Mannschaft aus Radeburg kurzfristig nicht angereist war, entschieden sich die Organisatoren, das Turnier im Modus „Jeder gegen Jeden“ zu spielen. Somit kam es im zweiten Spiel schon zum Aufeinandertreffen der beiden Leistungszentren Viktoria Frankfurt und Miedz Legnica. Die Brandenburger gewannen das Duell klar mit 7:2. Die NFV- Jungs kamen gegen den Kreisligisten aus Ostritz nicht über ein 1:1 hinaus, bezwangen dann aber Einheit Kamenz mit 3:1. Im dritten Spiel gegen die polnische Vertretung von KSK Jelenia Gora führte Görlitz mit 1:0 und 2:1, verlor aber 2:4. Dann kam es zum Aufeinandertreffen mit den Gästen von Miedz Legnica. In einer ausgeglichenen Partie trotzte man den Liegnitzern ein 0:0 ab. Im vorletzten Spiel brannte man ein wahres Feuerwerk ab. Mit 7:0 wurde die SpG See/Rietschen vom Parkett gefegt. Im letzten Spiel trafen die Görlitzer auf den schon feststehenden Turniersieger Viktoria Frankfurt. Die Frankfurter ließen keine Zweifel daran, dass man das Turnier ungeschlagen gewinnen wollte und dominierten die Partie (4:1). Somit wurden sie ungeschlagen Turniersieger, gefolgt von Legnica. Einen sehr guten dritten Platz belegte die B-Jugend des NFV Gelb-Weiß.
Für die Gäste aus Liegnitz begann der Görlitzaufenthalt schon in den Vormittagsstunden. Nachdem sie auf der Jungen Welt angekommen waren, gab es einen kleinen Empfang unter anderem mit Oberbürgermeister Joachim Paulick, dem Vereinspräsidenten Carsten Liebig und dem Liegnitzer Sport-Bürgermeister Henryk Zdanowicz. Nach der Altstadtbesichtigung stärkte man sich auf der Jungen Welt, bevor es in die Jahnhalle ging.(dm)
Dienstag 23. Februar 2010
(Sächsische Zeitung)
30000 Euro pro Jahr für ein bis zwei neue Talente
Nachwuchsarbeit kostet viel Geld. Vereine beklagen mangelnde Unterstützung. Die SZ hat bei Gelb-Weiß Görlitz hinter die Kulissen geschaut.
Zuschauer wollen die Jungs in ihrer Männermannschaft sehen, die das Fußballspielen im eigenen Verein gelernt haben. Schön und gut – aber was kostet das Ganze? Eine pauschale Aussage ist schwer. Deshalb hat die SZ ganz konkret für eine Nachwuchsmannschaft nachgefragt und dazu die C-Junioren des NFV Gelb-Weiß Görlitz ausgewählt.
Die Mannschaft mit rund 20 Spielern steht zurzeit auf dem neunten Platz der Bezirksliga mit zwölf Teams. Dirk Macykowski, Schatzmeister vom NFV Gelb-Weiß Görlitz, gibt Auskunft: „Dieses Team hat pro Saison etwa 18 Heimspiele – elf Punktspiele, Pokal- und Freundschaftsspiele. Pro Spiel fallen als Kosten rund 100 Euro an, 50 Euro für die Schiedsrichter und 50 Euro Platzmiete an die Stadt. Macht 1800 Euro.“ Die elf Auswärtsfahrten (durchschnittlich 200 Kilometer mit vier PKW à 0,30 Euro/Kilometer) kosten rund 2600 Euro.
Die Wintersaison mit Hallenturnieren (Startgebühren und Fahrtkosten) schlägt mit 750 Euro zu Buche. Die C-Junioren trainieren dreimal pro Woche. Dafür fallen Platz- oder Hallenmiete in Höhe von 1800 Euro an. Der Shuttlebus, mit dem auswärts wohnende Kinder zum Training geholt und wieder zurückgeschafft werden, kostet im Jahr geschätzte 600 Euro. Der Übungsleiter erhält eine kleine Aufwandsentschädigung (200 Euro). An Gebühren (Meldegebühr an den Fußballverband, Gebühren pro Kind an den Landessportbund inklusive Versicherung und den Stadtsportbund) kommen rund 150 Euro zusammen. Und die Ausrüstung für die Mannschaft (alle paar Jahre Trikots, Bälle usw.) setzt Macykowski mit 500 Euro an. Zusammen kommt auf der Ausgabenseite die stolze Summe von 8400 Euro.
Die Einnahmenseite ist dagegen überschaubar: Die 20 Spieler zahlen insgesamt 1800 Euro Beitrag pro Jahr. Die Stadt gibt einen Zuschuss von sechs Euro pro Kind und Jahr, der Landessportbund acht Euro – macht rund 300 Euro. Und der Trikotsponsor übernimmt ungefähr die Ausrüstungskosten von 500 Euro. Insgesamt betragen die Einnahmen für diese C-Juniorenmannschaft also rund 2600 Euro. „Wir bleiben als Verein also auf rund 5800 Euro Kosten allein für die C-Juniorenmannschaft sitzen. Über alle Altersklassen summiert sich das auf rund 30000 Euro im Jahr“, sagt Macykowski.
Fred Wonneberger, sportlicher Leiter des Vereins und Trainer der ersten Männermannschaft, erklärt: „Das alles machen wir, damit vielleicht ein oder zwei Spieler pro Jahr den Sprung in die Landesligaelf schaffen.“
Der Gedanke, dass die Spieler, die das nicht erreichen, über eine Ausbildungsentschädigung beim Wechsel zu anderen Vereinen Geld wieder einspielen, ringt ihm nur ein müdes Lächeln ab. „Uns können nur die Stadt mit der Wiedereinführung eines Fahrtkostenzuschusses und Sponsoren helfen. Zu den bisherigen 25 weitere 75 Bandensponsoren, die pro Jahr 500 Euro geben – und die Nachwuchsarbeit wäre finanziert.“ (fth)
Kontakt: 03581/332502
Samstag 19. Februar 2010
(Sächsische Zeitung)
Görlitzer A-Junioren zu Gast in Polen
Von Dirk Macykowski
Bei einem viertägigen Trainingslager in Liegnitz spielen die NFV-Jungs dreimal und erfahren große Gastfreundschaft.
Die A-Jugend des NFV Gelb-Weiß Görlitz weilte für vier Tage zu einem internationalen Vergleich in Liegnitz. Am späten Donnerstagnachmittag startete die A-Jugend verstärkt durch sechs B-Jugend- Spieler nach Liegnitz. Dort angekommen, gab es die erste Überraschung. Man hatte noch nicht richtig eingecheckt, da wurde man durch den Bürgermeister für Sport und Kultur der Stadt Liegnitz, Henryk Zdanowicz, begrüßt. Dieser ließ es sich auch nicht nehmen, den Görlitzern seine Heimatstadt persönlichzu zeigen. Am Freitag und Sonnabend standen die ersten sportlichen Vergleiche gegen Miedz Legnica und Futbol 5 auf dem Programm. Abgerundet wurden die zwei Tage durch den Besuch der Schwimmhalle sowie den Besuch eines Spieltages der polnischen Futsal-Hallenmeisterschaft.
Am Sonntag kam es dann zum großen Finale für die Görlitzer Jungs. Die NFV-Elf trat gegen die Mannschaft von OSSM Legnica an. Die Mannschaft, die im Liegnitzer Leistungszentrum trainiert, ist in der abgelaufenen Saison Vierte in der 1. der polnischen Liga geworden. Am Anfang des Spiels hatten die Liegnitzer viele gute Möglichkeiten, die sie aber nicht nutzen. Mit zunehmender Spielzeit kamen die Görlitzer A-Junioren immer besser ins Spiel und man hatte am Ende sogar die Chance, die Partie für sich zu entscheiden. Aber es blieb bei einem gerechten 0:0. Bei diesem Spiel gab es am Rande der Partie die nächste große Überraschung. Die polnische Presse und das Liegnitzer Regional TV waren vor Ort, und Betreuer wie Spieler unsere A-Jugend durften Interviews geben.
Nach dem Spiel trat man völlig erschöpft, aber mit vielen neuen positiven Eindrücken die Heimreise nach Görlitz an. Besonders beeindruckend für die Görlitzer war, dass Henryk Zdanowicz, der Bürgermeister für Sport und Kultur der Stadt Liegnitz, die Görlitzer Gäste tatsächlich an allen vier Tagen persönlich betreute.
NFV: Sandro Heimann, Clemens Simon, David Stricker, Philipp Maier, Florian Weiß, Denis Cudak, Daniel Markus, Thomas Witzmann, Nico Neumann, Bruno Preuß, Armin Ritter, Manuel Klemt, Florian Seifert, Christoph Gabriel, Simon Suchomski, Alexandr Pirogov, Erik Garbe
Samstag 13. Februar 2010
(Sächsische Zeitung)
Der erste Sieger arbeitet heute an seiner Profikarriere
13. Mai 2006 im Görlitzer Stadion „Junge Welt“: 500 Zuschauer verfolgen ein Schicksalsspiel des NFV Gelb-Weiß Görlitz gegen den FV Dresden-Nord II (4:1) und in der Halbzeitpause das Finale des ersten Rastelli-Wettbewerbes der Sächsischen Zeitung.
Moderator Dietmar Pestel hatte schon Befürchtungen, dass die Pause nicht ausreichen würde, weil der damals zwölfjährige Tobias Müller kickte und kickte und kickte, als könne ihm nichts in die Quere kommen. Erst kurz vor dem Anpfiff für die zweite Halbzeit, fiel dem Ausnahmetalent des NFV Gelb-Weiß der Ball vom Fuß – nach 615 Ballberührungen. Wenige Monate später wechselte Tobias nach Dresden, besucht heute das Sportgymnasium und kickt beim SC Borea.
Als Fußballer ist er seiner Zeit ein klein wenig voraus, spielt als B-Jugendlicher schon bei den A-Junioren – in der Regionalliga. „Wir haben die Entscheidung getroffen, den Tobias eine Saison zeitiger in die A-Junioren zu holen, weil wir glauben, dass das besser für seine sportliche Entwicklung ist“, sagt sein Trainer Thomas Baron. Das Vertrauen habe er dabei bisher gerechtfertigt, ist Stammspieler und habe seine Aufgaben immer wieder gut erfüllt.
Tobias selbst hat sich an die neuen Herausforderungen schnell angepasst: „Es geht körperlich mehr zur Sache und alles muss viel schneller gehen.“ Das Rüstzeug, dass er beim NFV Gelb-Weiß Görlitz und im DFB-Trainingszentrum Hagenwerder mitbekommen hatte, hält der 16-Jährige für „relativ gut“. Auch das Jonglieren habe in seiner Ausbildung eine Rolle gespielt, sei ein Aspekt gewesen und habe dabei geholfen, dass er „beidbeinig“ stark ist. Trainer Thomas Baron kennzeichnet Tobias als „technisch solide, für unsere Verhältnisse sogar etwas über dem Schnitt. Außerdem ist er einsatzstark, diszipliniert, fleißig, will einfach jedes Spiel gewinnen.“
Diese Eigenschaften haben den Görlitzer, der vom Innenverteidiger zum offensiven Mittelfeldspieler umgeschult wurde, in die U17-Sachsenauswahl geführt. Aber auch das soll nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Profikarriere sein.
Baron sagt: „Wir trauen ihm den Sprung in den Leistungssport zu. Um ihn aber zu erfüllen, muss Tobias weiter hart an seinen Reserven arbeiten.“ Er nennt dabei zuallererst die Sprintschnelligkeit, für deren Verbesserung ein auf Tobias zugeschnittenes Programm erarbeitet wurde. „Und dann könnte Tobias noch etwas torgefährlicher werden. Da war er schon einmal weiter.“
Der Angesprochene antwortet darauf nur: „Da hat der Trainer recht.“ Zurzeit quälen das Talent aber ganz andere Sorgen. Nach einem Mittelfußbruch muss er sich erst wieder an das Team herankämpfen, verbringt derzeit viel Zeit im Fitnessraum. Unterkriegen wird sich Tobias Müller von diesem (schmerzhaften) Rückschlag nicht lassen. Denn er verfolgt weiter seinen großen Traum: „Ich will einmal Profi werden, egal bei welchem Verein. (fth)